Warum es SCHOOLWISE gibt
Europäische Schulen generieren heute mehr Daten als jemals zuvor in ihrer Geschichte: Anwesenheitslisten, Prüfungsergebnisse, Protokolle zur Plattformnutzung, Umfrageergebnisse und Indikatoren zum Wohlbefinden. In Italien, Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden sind die Fortschritte bei der sinnvollen Nutzung dieser Daten real, aber uneinheitlich. Ein Großteil bleibt fragmentiert über verschiedene Systeme hinweg, wird zwischen Schulen inkonsistent interpretiert oder hauptsächlich für die Berichterstattung nach oben statt zur Verbesserung des Unterrichts genutzt. Die Lücke ist nicht primär technischer Natur: Sie ist professioneller Natur. Von den meisten Pädagogen wird erwartet, dass sie Daten interpretieren, ohne die Ausbildung, die Zeit oder die Anleitung zu haben, dies gut zu tun, und ohne einen gemeinsamen europäischen Rahmen für einen ethischen Umgang damit.
Schulweit (Building Data Wisdom and Governance in Schools for Evidence-Informed Educational Improvement) ist ein Erasmus+-Projekt mit zukunftsweisenden Perspektiven, das diese Lücke direkt adressiert. Es läuft von März 2026 bis Februar 2029, wird vom CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche, Italien) koordiniert und bringt Forschungsorganisationen, Universitäten, Schulnetzwerke und einen europäischen Schulleitungsverband zusammen, um Schulen dabei zu unterstützen, von der bloßen Datenerhebung zu einer verantwortungsvollen, ethischen und pädagogischen Datennutzung im Einklang mit der DSGVO und dem KI-Gesetz überzugehen.
SCHOOLWISE startete mit einem zweitägigen Auftakttreffen in Santa Margherita Ligure, das vom Koordinator CNR ausgerichtet wurde und 26 Teilnehmer aus dem gesamten Konsortium zusammenbrachte, um sich auf den Arbeitsplan, die Führungsstruktur und die Prioritäten für das erste Jahr zu einigen.
Zwölf Partner, ein Rahmenwerk
Um diesen Anspruch zu verwirklichen, bedarf es mehr als nur einer Disziplin. SCHOOLWISE wird von einem Konsortium aus zwölf Begünstigten umgesetzt, koordiniert vom CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche, Italien) über sein Institut für Bildungstechnologie, zusammen mit sechs assoziierten Partnern, darunter Schulen und regionale Bildungsbehörden, die die Pilotphase unterstützen.
Italien
Niederlande
Spanien
Österreich
Belgien
Italien
Deutschland
Frankreich
Belgien
Deutschland
Spanien · Flugschule ICIC Fratelli Cervi
Italien · Flugschule
Die Projektkoordination und die Leitung der Arbeitspakete erfolgen in einer klaren Kette innerhalb des Konsortiums: Das CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche, Italien) koordiniert SCHOOLWISE insgesamt und leitet WP1 (Projektmanagement und Qualitätssicherung); die Technische Universität Graz (TU Graz, Österreich) leitet WP2 (Bestandsaufnahme und konzeptioneller Rahmen); die Technische Universität Dresden (TU Dresden, Deutschland) leitet WP3 (Co-Design und Toolkit-Entwicklung); die Alma Mater Studiorum – Università di Bologna (UNIBO, Italien) leitet WP4 (Erprobung und Validierung); die Universitat Oberta de Catalunya (UOC, Spanien) leitet WP5 (Evaluierung der Projektergebnisse) und entwickelt das SCHOOLWISE Educational Data Literacy Framework; und die European School Heads Association (ESHA, Niederlande) leitet WP6 (Verbreitung, Verwertung, Skalierung und Nachhaltigkeit).
Die Qualität wird zweifach überprüft: intern durch einen eigens dafür eingerichteten internen Qualitätsprüfungsausschuss und extern durch einen unabhängigen Beirat aus fünf Bildungs- und Datenpolitik-Experten aus den Pilotländern und einem potenziellen Einführungsland, die die wichtigsten Projektergebnisse vor ihrer Fertigstellung prüfen. Ein separater Ethikbeirat überwacht währenddessen die Einhaltung des Datenschutzes und der Forschungsethik.
Später im Projekt wird jeder Partner zudem eine lokale Multiplikatorenveranstaltung in seinem eigenen Land durchführen, mit jeweils mindestens 30 Teilnehmern, um die Ergebnisse von SCHOOLWISE direkt zu lokalen Schulen und politischen Entscheidungsträgern zu bringen und auf eine europäische Abschlusskonferenz im letzten Projektjahr hinzuarbeiten.
Vom Daten zur Weisheit: der DIKW-Ansatz
SCHOOLWISE baut auf dem DIKW-Modell (Daten–Information–Wissen–Weisheit) auf, einem Framework dafür, wie rohe Fakten zu fundiertem Urteilsvermögen werden. In einem schulischen Kontext: Daten ist der Rohdatensatz, eine Zensur, eine Anwesenheitsnote, ein Klick auf einer Lernplattform. Informationen Ist dieser Datensatz in einen Kontext eingebettet: Anwesenheitsmuster im Vergleich zur Leistung gelesen. Wissen ist das, was Pädagogen aus diesen Mustern machen: eine Interpretation, die den Unterricht leiten kann. Weisheit ist die ethische, kontextbezogene Entscheidung, die die Daten wieder mit ihrem Bildungszweck verknüpft.
Anstatt dies als starre Leiter zu betrachten, nutzt SCHOOLWISE es als flexibles Gerüst zum Aufbau von Datenkompetenz, das respektiert, wie Lehrkräfte und Schulleitungen tatsächlich lernen: iterativ und selten auf einem geraden Weg. Vier Ziele verankern die Arbeit:
Was wir von Schulen hören
Ab dem Frühjahr 2026 begann das SCHOOLWISE-Forschungsteam in WP2 (unter der Leitung der TU Graz) den direkten Austausch mit Lehrkräften und Schulleitungen. Bis zum Abschluss der Datenerhebung Anfang Juli hatte die Befragung von Lehrkräften und Schulleitungen in den Partnerländern die folgenden Beteiligungsgrade erreicht. Darüber hinaus wurden in mehreren Partnerländern Interviews und Fokusgruppen durchgeführt, die qualitative Evidenz zu demselben Forschungsstrang lieferten und bereits einen klaren Weg für die Zukunft des SCHOOLWISE-Projekts aufzeigen.
Dies spiegelt eher die bisher erreichte Reichweite als Forschungsergebnisse wider. Der Bericht zum aktuellen Stand der Technik und zu bewährten Verfahren aus dem Arbeitspaket WP2 (D2.1) wird derzeit noch fertiggestellt. Die zweite Ausgabe des Newsletters wird die erste sein, die erste Erkenntnisse aus der Forschung und der Entwicklung des Frameworks präsentiert.